Einblicke | Berghof Process Management

30 Jahre Berghof in Mühlhausen

4. Januar 2021

Im Oktober 2020 hat Deutschland zum 30. Mal den „Tag der Deutschen Einheit“ und
damit die Wiedervereinigung Deutschlands gefeiert. Für die Berghof Gruppe ist dieser runde Geburtstag ebenfalls von besonderer Bedeutung: Er markiert die Geburtsstunde eines Geschäftsbereichs, der heute wichtiger Bestandteil unserer Firmengruppe ist und von Mühlhausen in Thüringen aus international erfolgreich operiert –
Berghof Process Management.

Wer sich intensiver mit der Historie von Mühlhausen beschäftigt, stellt schnell fest: Die Elektronik hat hier eine lange Tradition. Schon seit den 1950er-Jahren tüfteln
Spezialisten in der mittelalterlichen Reichsstadt im Nordwesten Thüringens zunächst
an der Röhrentechnologie, später dann an Taschenrechnern und Kleincomputern.

Schon wenige Wochen nach der Wende tauschen sich diese Elektronikspezialisten aus dem Osten erstmals mit Vertretern der Berghof Firmengruppe aus. Nach ersten gemeinsamen Projekten steht schnell fest: Die Chemie passt, der gemeinsame Wille zu einer festen Partnerschaft auf Augenhöhe ist da. Also bündeln das Nachfolgeunternehmen des VEB Mikroelektronik und die Berghof Firmengruppe kurz entschlossen ihre Kräfte und ihr Know-how in einem Joint-Venture – und die Erfolgsgeschichte von Berghof Process Management beginnt. Dieses Joint-Venture entwickelt sich schnell zu einer erfolgreichen Verbindung, woraufhin der heute zur Berghof Automation GmbH gehörende Geschäftsbereich Berghof Process Management nachhaltig wächst und sich in verschiedenen Bereichen etabliert.

Zum Beispiel in dem Markt, in dem sich das Unternehmen zuerst einen guten Namen macht – der Bahntechnik. 1997 hat es in Cottbus ein erstes Leitsystem für die Deutsche Bahn (DB) entwickelt, schon zwei Jahre später in Frankfurt das zweite Leitsystem – für dessen grundlegende Modernisierung Berghof übrigens kürzlich erneut den Auftrag erhalten hat.

Durch seinen ganzheitlichen Fokus auf Prozess- und Sicherheitsoptimierung erschließt das Team von Berghof Process Management im Laufe der Jahre immer weitere Anwendungsbereiche. Wie wichtig engagierte und innovative Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Erfolg aller Berghof Geschäftsbereiche sind, hatte Firmengründer Prof. Dr. Georg Zundel schon früh erkannt: „Ohne unsere fähigen und zuverlässigen Mitarbeiter wäre es mir unmöglich gewesen, neben meiner wissenschaftlichen Arbeit auch unternehmerisch tätig zu sein.“

Ein gutes Beispiel für die starke Teamleistung von Berghof Process Management:
Das Betriebsleitsystem „IBIS“ speziell für Instandhaltungswerke, mit dem sich die Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten an Zügen optimal planen und durchführen
lassen. Auf dessen Basis meistert das Team in Mühlhausen 2017 eine ganz besondere Herausforderung – mit dem „BFR“ (Betriebsführungsrechner) als zentralem Leitsystem für Europas größtes und modernstes Eisenbahninstandhaltungswerk in Köln-Nippes.
„Wir haben uns bei diesem wichtigen Prestigeprojekt in einer großen, internationalen
Ausschreibung gegen alles durchgesetzt, was im Bereich der Leittechnik für Bahnanlagen
Rang und Namen hat. Das zeigt, welchen guten Ruf wir uns über die Jahre bei der DB
erarbeitet haben“, dankt Thomas Wallstein, der den Geschäftsbereich seit Anfang 2019 zusammen mit Annett Lange leitet, dem Team für seinen unermüdlichen Einsatz.

 

Seit 2004 bietet Berghof mit „RTS“ darüber hinaus ein modulares Prüfsystem zur Funktions- prüfung elektrischer, pneumatischer, hydraulischer und mechanischer Komponenten von Schienenfahrzeugen aller Art. Auch hier hat sich das Berghof-System schnell etabliert und ist in vielen Bahnwerken – zum Beispiel Dessau, Krefeld oder Kassel – fester Bestandteil geworden.

Darüber hinaus ist Berghof Process Management einer der weltweit führenden Anbieter für Betriebsleitsysteme für Umschlagbahnhöfe und Terminals im kombinierten Verkehr. Das Berghof-System „BLU“ vereinfacht schon auf mehr als 30 Umschlagbahnhöfen in ganz Europa das Steuern der komplexen Prozesse und steigert somit erheblich die Umschlagmenge.

Die Leitsysteme von Berghof sorgen aber auch in einem ganz anderen Bereich dafür, dass sich äußerst komplexe Strukturen einfach, komfortabel und sicher unter Kontrolle halten lassen – bei der so genannten Fernwirktechnik, also dem Überwachen und Steuern von räumlich weit verstreuten Objekten aus der Ferne durch einen zentralen Ort.

Schon 1998 hat Berghof im Auftrag der Telekom ein Satelliten-Überwachungssystem mit fünf Standorten modernisiert – und in der Folge immer größere und komplexe Fernwirk-Projekte geplant und realisiert. Der bisherige Höhepunkt: 2014 bringen die Mühlhäuser für den Norddeutschen Rundfunk (NDR) das veraltete Fernwirk-System seines Übertragungs-Netzwerks mit 64 Sendestationen auf den neuesten Stand. Den Ausschlag gibt hier unter anderem eine wichtige Besonderheit von Berghof: Wir liefern alles aus einer Hand, also eine Gesamtlösung aus eigener Hard- und Software.

Mit dem über die Jahrzehnte in den Bereichen Bahntechnik und Fernwirktechnik erworbenen Know-how hat sich Berghof Process Management in den letzten Jahren einen weiteren, aktuell regelrecht boomenden Markt aufgebaut: Das Team entwickelt für namhafte Automobilhersteller Energiespeicher-Prüfsysteme, zunehmend auch international. Dabei haben die Entwickler in Mühlhausen von Anfang an sehr eng mit den Auftraggebern zusammengearbeitet – und so hoch performante Systeme entwickelt und stets weiter optimiert.

Dadurch hat sich das Unternehmen in der Automobilbranche als wichtiger Partner etabliert und ist somit auch für den Wachstumsmarkt der E-Mobilität, welcher aktuell enorm an Bedeutung zulegt, bestens vorbereitet. „Wir hatten also den richtigen Riecher und ein gutes Timing, als wir schon vor Jahren viel Energie in den Aufbau unseres jüngsten Bereichs gesteckt haben. Dieser Know-how-Vorsprung und unsere bereits langjährigen Referenzen in diesem noch recht jungen Feld zahlen sich mehr und mehr für uns aus“, schaut Annett Lange optimistisch in die Zukunft.

Denn das Team von Berghof Process Management entwickelte sich im Laufe der Jahre sowohl qualitativ als auch quantitativ immer weiter. Um den anhaltenden Trend zur Elektromobilität und der hohen Nachfrage gerecht zu werden, erweiterte der Geschäftsbereich seine Möglichkeiten erst kürzlich durch weitere personelle Verstärkung sowie durch ein zweites Firmengebäude. Im eigenen Haus legen die Mühlhauser also auch großen Wert darauf, dass trotz des starken Wachstums alles in bester Ordnung ist und bleibt.