Interview | Berghof Testing

Sechs Fragen an Goran Stojanovic

17. Januar 2018

Als Goran Stojanovic 2013 bei Berghof Testing anfing, war sein Ziel die internationale Neuausrichtung des Unternehmens. Diese große Herausforderung reizte den geborenen Vertriebler, und nach vier Jahren Betriebszugehörigkeit lässt er Fakten für sich sprechen: 50 % Exportanteil, und eine neue Niederlassung in der USA, sowie Geschäfte mit China und dem europäischen Ausland erreichte er für die Geschäftseinheit Testing, die in Deutschland mit zwei Standorten und 55 Mitarbeitern vertreten ist.


Was haben Sie vor Ihrer Zeit bei Berghof gemacht, und wie sind Sie zu Berghof gekommen?

Von Haus aus bin ich eigentlich BWLer, kein Techniker. Allerdings arbeite ich schon immer im technischen Umfeld. Bevor ich zu Berghof kam, war ich im Key Account Management für era-contact, dem Weltmarktführer für elektrische Bahnkupplungen tätig. Der Bahnbereich ist sehr international, deshalb war ich während dieser Phase viel unterwegs. 
Berghof war zu der Zeit noch sehr regional aufgestellt, der Großteil des Kundenstamms war im Raum Stuttgart und der Schwäbischen Alb angesiedelt. Ziel war das internationale Wachstum anzukurbeln. Diese Herausforderung das Marketing international neu aufzubauen hat mich sehr gereizt und war auch der Grund, warum ich bei Berghof angefangen habe. 

 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Das Wichtigste, wenn ich morgens ins Büro komme: Erst einmal Kaffee. Mit einer frischen Tasse in der Hand kann es dann auch gleich losgehen. Dann folgen meistens viele strategische Besprechungen, bei denen wir klären: Wo wollen wir das Unternehmen hinbewegen? Wo wollen wir in 5 Jahren stehen? Ein aktuelles Thema ist etwa: Wie bauen wir Prozesse auf? Welche Themen sollen dabei im Fokus stehen? Dann gibt es natürlich auch das Tagesgeschäft, meistens Kundenwünsche die schnell umgesetzt werden müssen. Das geht bei uns Hand in Hand. 

 

Was hat sich bei Berghof Testing geändert, seit Sie mit an Bord sind?

Als erstes würde ich die erfolgreiche Internationalisierung des Unternehmens nennen. Inzwischen liegt unser Exportanteil bei ca. 50%. Wir haben ein Büro in den USA eröffnet und seit neustem eine Partnerschaft in China. Wir gehen jetzt aktiv ins Ausland. Auch unser Umsatzvolumen ist in den letzten 4 Jahren deutlich gewachsen. Von ca. 2,5 Millionen im Jahr 2013 auf etwa 9,5 Millionen in diesem Jahr. Außerdem sind wir gerade dabei unser Geschäftsmodell umzustellen. Unser Ziel ist es, verstärkt zu modularisieren und zu produktivieren. Das heißt konkret: wir werden uns weniger auf Einzellösungen konzentrieren, sondern einen stärkeren Fokus auf Gleichteile setzen. Außerdem streben wir dynamischere Projektabläufe an, um beispielsweise die Durchlaufzeit eines Projekts deutlich zu verkürzen. 

 

Was ist ihr Plan für Berghof Testing für die nächsten drei Jahre?

Unsere nächste Herausforderung ist es die Effizienz und Rentabilität des Unternehmens zu steigern. Außerdem planen wir eine Modernisierung und Optimierung unserer Arbeitsstrukturen. Wir wollen die Arbeitsteilung und Spezialisierung der Arbeiten optimieren. 
Wir sind sehr flexibel und können uns sehr gut den Marktbedingungen anpassen. Wir sind offen für neues – das sind unsere Stärken. Deshalb werden wir in den nächsten ein bis zwei Jahren sehr viel von dem sehen werden können, was wir heute tun. 

 

Dieses Jahr war der Diesel Skandal in aller Munde. Kommt davon auch etwas bei Berghof Testing an?

Ja, auf jeden Fall. Einerseits wurden einige Projekte von den großen Automobilherstellern wie Audi und VW pausiert, da nicht klar war welche Auswirkungen dieser Skandal auf die weiteren Prozesse haben wird. Andererseits haben wir in unserem Repertoire auch Produkte, die sehr stark auf E-Mobilität ausgerichtet sind. In diesem Bereich erleben wir seitdem eine stärkere Nachfrage, was uns natürlich freut. 

 

Was interessiert den Privatmenschen Goran Stojanovic?

An erster Stelle steht auf jeden Fall meine Tochter. Mit ihr versuche ich jede freie Minute zu verbringen, das ist mir sehr wichtig. 
In meiner Freizeit gibt es zwei Dinge, in denen ich richtig aufgehe. Zum einen bin ich ein riesiger Fußballfan. Da kann es nur einen Verein geben: den VfB Stuttgart. In der Firma bin ich schon bekannt für meine Fußballanalogien, mit denen ich gerne Dinge erkläre. Außerdem bin ich absoluter Metallica-Jünger. Metal im Allgemeinen – da geht nichts drüber.