News | Berghof Gruppe

Ganz nah dran

22. November 2022

In ihrem persönlichen Internet-Tagebuch gewährt uns Franziska Brauße exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Spitzensports und verrät uns die Geheimnisse ihrer Erfolge im Team mit dem Bahn-Vierer.

Lassen Sie sich mitreißen!

Folge 3, 17.10.2022: Was für ein Finale!

Wie heißt so schön: Das Beste kommt zum Schluss. Das trifft auf die Bahn-Weltmeisterschaft in Frankreich (12. bis 16. Oktober 2022) definitiv zu. Aber der Reihe nach.

So schade es ist, aber es war leider zu erwarten: Unsere lange Erfolgsserie in der Mannschaftsverfolgung ist erst einmal gerissen.

Lisa Brennauer – unsere langjährige, enorm erfahrene Team-Kollegin – hat nach unserem Triumph bei der Europameisterschaft in München ihre erfolgreiche Karriere beendet. Laura Süßemilch, ebenfalls Teil unserer erfolgreichen Stammbesetzung, erholt sich noch von den Folgen eines schweren Sturzes. Und auch eine weitere Stammfahrerin, Lisa Klein, stand nicht mit am Start.

So hat unser Trainer – neben Mieke Kröger und mir als Stammfahrerinnen – zwei jungen Nachwuchsfahrerinnen erstmals die Chance gegeben, sich bei einem großen Wettkampf in der Mannschaftsverfolgung zu beweisen.

Unter diesen Voraussetzungen haben wir uns mit dem 6. Platz durchaus wacker geschlagen. Das stimmt uns positiv für die Zukunft des Bahn-Vierers. Wir wollen und werden natürlich weiterhin voll angreifen und hoffentlich bald wieder zu alter Stärke auffahren.

Ganz stark angekommen ist auch eine Aktion, die Mieke Kröger und ich für das nigerianische Team ins Leben gerufen haben. Wir haben den vier Athletinnen, die mit ganz normalen Bahnrädern am Start standen, spezielle Zeitfahrlenker geschenkt – eine gelungene Überraschung.

Apropos Stärke: Für mich persönlich gab es dennoch Grund zum Jubeln. Denn neben der Mannschaftsverfolgung bin ich in Frankreich auch noch in der Einerverfolgung am Start gestanden.

Und ich habe es tatsächlich geschafft, den Titel erneut für Deutschland zu gewinnen – und damit in die Fußstapfen von Lisa Brennauer zu treten.

Das Finale war extrem spannend: Ich bin das Rennen bewusst sehr schnell angegangen und hatte Schwierigkeiten, dieses hohe Tempo über die lange Distanz zu halten.

Eine Runde vor Schluss lag dann plötzlich meine Konkurrentin knapp in Führung. Aber ich habe in der letzten halben Runde noch einmal alles gegeben und habe mich am Ende ganz knapp durchgesetzt. Ein Sieg des Willens, ganz im Sinne von "Moving Forward".

Was für ein Finale!

Folge 2, 26.09.2022: Das hat riesig Spaß gemacht!

Auf diesen Tag haben das Marketing-Team von Berghof und ich lange hingefiebert: Am 23. September haben wir auf dem Berghof Oktoberfest dem Berghof Team exklusiv vorab den neuen "Moving Forward"-Film gezeigt - und damit die DNA von Berghof und mich als Gesicht intern vorgestellt.

Ein bisschen nervös war ich vor diesem Tag ehrlich gesagt schon. Wie wird das Team auf „Moving Forward“ und mich als Botschafterin reagieren? Wie groß wird das Interesse an meiner Person und meiner Sportart sein?

Aus angespannter Vorfreude wird dann aber ganz schnell einfach nur pure Freude: Denn die Resonanz des Berghof Teams ist einfach großartig!

Nach der Filmpremiere geleitet mich das Berghof Team mit tosendem Applaus auf die Bühne und ich kann mich in einem lockeren Interview ein wenig vorstellen.

Das Marketing-Team hat buchstäblich an alles gedacht und sogar extra noch spezielle Berghof "Moving Forward"-Autogrammkarten drucken lassen. So stehen meine Autogramme besonders hoch im Kurs - genau wie Fotos mit mir vor dem kurz vor dem Oktoberfest fertig gestellten Fahrzeug im speziellen Berghof "Moving Forward" Design.

Alle sind super nett und interessiert, bestaunen mein Rad, stellen viele Fragen zu mir und meinem Material.

Die Stimmung ist so gut, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Eigentlich wollte ich ja früh ins Bett, weil ich am nächsten Tag ein Rennen in Kempten habe. Aber es wird dann doch recht spät, weil es einfach riesig Spaß macht.

Das Rennen gewinne ich dann dennoch - oder vielleicht gerade deswegen... ;-)

Nach diesem perfekten Auftakt freue ich mich mehr denn je auf die Zusammenarbeit. Denn dieser Abend, die tolle Atmosphäre und die interessanten Gespräche haben mir gezeigt: Berghof und ich, wir sind einfach ein perfektes Team!

Folge 1, 22.08.2022: Was für eine fantastische Atmosphäre

Die Atmosphäre bei der Europameisterschaft in München (11.-21. August 2022) war einfach der Hammer – auch weil viele Freunde und unsere Familien die Chance genutzt haben, uns anzufeuern.

Eine große, internationale Meisterschaft im eigenen Land ist natürlich immer etwas ganz Besonderes. Die Mission ist also schon früh im Jahr klar: Wir wollen vor heimischer Kulisse unseren Titel verteidigen und erneut zu Gold fahren.

Deshalb treffen wir uns wie vor allen großen Wettkämpfen bereits zehn Tage vorher zum gemeinsamen Training, auch um uns auf die ungewöhnlich kurze Bahn (nur 200 statt 250 Meter Länge) einzustimmen. Nichts soll uns in dieser Vorbereitung stören.

Doch es kommt anders. Ich muss das Training mit dem Bahn-Vierer unterbrechen und für einige Tage nach Schweden.

Der Grund: Die meiste Zeit des Jahres trete ich für ein Profi-Team bei Straßenrennen in die Pedale. Viele Fahrerinnen dieses Teams fallen wegen Verletzungen oder Krankheit aus, und so muss ich nun doch nach Schweden fliegen, um auch hier das Team zu unterstützen. Eigentlich hatte mir mein Profi-Team für die Vorbereitung frei gegeben.

Alles andere als optimal, aber Flexibilität ist auch für uns Profi-Sportlerinnen oberstes Gebot – und kneifen gilt ja ohnehin nicht ;-)

Im Kopf bin ich natürlich weiterhin bei der großen Mission – und nach meiner Rückkehr steht schnell fest: Trotz der ungeplanten Unterbrechung bin ich auf den Punkt fit.

Das ist auch notwendig – denn unser Bahn-Vierer ist doch etwas geschwächt. Eine meiner Kolleginnen hat sich gerade erst von einer Corona-Infektion erholt und ist noch nicht wieder zu hundert Prozent fit. Eine andere Kollegin hat kurz vor der EM einen schweren Sturz. So haben wir nicht, wie sonst üblich, noch eine fünfte Fahrerin als Ersatz dabei.

Trotzdem läuft zunächst alles nach Plan. Im Finale gegen Italien wird es dann aber richtig spannend: Das Rennen ist extrem eng und wir liegen lange zurück. Aber am Ende mobilisieren wir noch einmal alle Reserven, gehen zwei Runden vor Schluss in Führung und gewinnen hauchdünn mit gerade einmal 0,6 Sekunden Vorsprung.

Genau das ist einer der großen Stärken unseres Teams: Wir haben unser Ziel immer fest vor Augen, bleiben aber flexibel im Kopf, um jederzeit auf Planänderungen reagieren zu können.

Apropos Planänderung: Im Verlauf der EM gibt es noch eine weitere, sehr positive Überraschung. Ich werde kurzfristig für das Straßenrennen nominiert und kann so auch die wahnsinnig tolle Stimmung auf dem Kurs in der Münchner Innenstadt genießen.

Gänsehaut pur!