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Alles im Fluss

6. Oktober 2021

Sage und schreibe 13 (!) verschiedene Motoren unterschiedlicher Hersteller, gesteuert von einer kompakten SPS und zentral zu regeln über nur ein Bedienpanel? Klingt unglaublich – ist aber bei diesem aktuellen Projekt unseres Geschäftsbereichs Berghof Automation and Control Solutions Realität. Nicht-proprietäre Systeme und offener CODESYS Standard lauten die Zauberworte.

Der Name ist Programm: Unter dem vielsagenden Motto „Wir machen Automation einfach“ hat sich Scandinavian Drive Technologies (SDT) in ganz Skandinavien als Spezialist für die Auto- matisierung von Maschinen und Anlagen einen sehr guten Namen gemacht. Die Spezialität von SDT sind Motion-Applikationen mit Servo-Antrieben.

Einer der wichtigsten Technikpartner von SDT ist schon seit vielen Jahren unser Geschäfts- bereich Berghof Automation and Control Solutions, Pionier im Bereich der industriellen Automation und aktuell durch seine neuen, industrietauglichen Systeme auf Raspberry Pi®-Basis in aller Munde. Diese enge Partnerschaft hat einen ganz einfachen Grund: „Meine Kunden wollen maximale Leistung auf minimalem Raum und keine technologischen Fesseln durch eine proprietäre Lösung – und dank Berghof kann ich ihnen genau das liefern,“ erklärt Lars Radler, der Geschäftsführer von SDT, warum er beim Thema Steuerungen und Bedien-Panels schon seit vielen Jahren konsequent auf Berghof setzt.

Welche Vorteile für Anlagenbauer sich aus dieser kongenialen Verbindung ergeben, zeigt das Beispiel des Verschlussautomaten „Floating Capper“, mit dem das schwedische Unternehmen Trepak, Marktführer für automatische Abfüll- und Verschlussanlagen für Flüssigprodukte in Schweden, Norwegen und Dänemark, neue Maßstäbe in seinem Bereich setzt.

Denn der „Floating Capper“ verschließt die Flaschen, ohne dass wie bei herkömmlichen Anlagen das Transportband anhalten muss (siehe Video). Ein Novum, das gleich zwei Vorteile hat: Erstens die besonders hohe Leistung von 90 Verschlüssen pro Minute – und zweitens das erhebliche minimierte Risiko des Überschwappens und des dadurch verursachten Verschmutzens der Gebinde.

Damit beim „Floating Capper“ im wahrsten Sinne des Wortes alles im Fluss ist, sind sage und schreibe 13 (!) Servo-Motoren unterschiedlicher Hersteller im Einsatz. Dennoch haben es SDT und Berghof gemeinsam geschafft, diese bunte und technisch komplexe Mischung mit nur einer Steuerung, dem kompakten Kraftpaket Berghof B-FORTIS CC-Prime, auf „EtherCat“-Basis zu steuern.

Die Anlage kommt außerdem mit nur einem Bedienpanel aus – dem Berghof B-PRIMIS ET-Pro 15,6“ mit resistivem Touch-Panel. „Eine proprietäre Lösung, wie sie immer noch viele Anbieter propagieren, ist hier natürlich von vornherein ausgeschlossen. Wir konnten hingegen mit den klassischen Berghof-Stärken hohe Flexibilität und satte Leistung optimal punkten“, erinnert sich Lars Radler.

Dieses Projekt zeigt einmal mehr: Das Thema hohe Flexibilität wird speziell im Bereich der industriellen Automation immer wichtiger. Wer sich heute für eine neue Steuerung oder einen neuen Industrie-PC entscheidet, muss sich auch um die Offenheit der gewählten Lösung für zukünftige Konzepte Gedanken machen, wenn er sich nicht unnötig Wege verbauen und sich später über diese technologische Sackgasse ärgern will.

Eine wichtige Besonderheit von Berghof erweist sich deshalb – nicht nur aus Sicht von SDT und Trepak – immer mehr als großer Vorteil: Berghof verzichtet schon immer bewusst auf proprietäre Lösungen und setzt konsequent den offenen Standard von CODESYS ein. Außerdem kommt bei den SPS von Berghof als Betriebssystem Linux mit Echtzeiterweiterung zum Einsatz, so dass sich verschiedene Softwaremodule einfach kombinieren und deterministisch abarbeiten lassen.

Bei Berghof gilt also nicht nur bei diesem Projekt, sondern immer: Alles im Fluss.